Das heutige Türchen teilen sich Bianca und der tiefenentspannte Fafnir, der inzwischen ebenfalls sein Für-immer-Zuhause gefunden hat.
Hallo, ich bin Bianca. Ich kam am 08.06.2024 mit meinem Kitten ins Tierheim. Das fand ich richtig doof, schließlich war ich eine richtige Streunerin und wollte mit Menschen nichts zu tun haben. Meinem Kitten ging es gar nicht gut, deshalb fummelten ständig irgendwelche Leute an ihr rum.
Anfangs hatte ich große Angst, dass die mir mein Baby nicht mehr zurückgeben. Aber meine Angst war unbegründet, ich durfte mich weiter um mein Baby kümmern. Nach einiger Zeit kam ich mit meinem Baby
in ein Zimmer. Das war für mein Kleines ganz toll, im Zimmer war nämlich noch ein Baby mit Mama, etwa im selben Alter.
Die beiden waren schnell Freunde und die andere Mama hat tagsüber auf beide aufgepasst. Ich hatte einfach zu viel Angst und hab immer gewartet, bis alles ganz still war, bevor ich mich gezeigt habe.
Als die beiden Kleinen alt genug waren, durften sie zusammen ausziehen. Ich wurde kastriert, gechipt und negativ auf FIV und FeLV getestet. Wie alt ich genau bin, weiß leider niemand, geschätzt wurde
mein Geburtsdatum auf den 01.05.2023.
Nachdem ich mich erholt hatte, durfte ich raus auf den Hof. Nun war ich offiziell eine Hofkatze vom Tierheim. Für eine Streunerin eigentlich ein toller Ort. Ich bekomme jeden Tag Futter, es gibt
viele Häuschen und man wird in Ruhe gelassen.
Nachmittags kam immer eine Frau und plötzlich rannten viele Hofkatzen zu ihr. Ich hab all meinen Mut zusammengenommen und bin auch mal in die Richtung gelaufen. Und was soll ich sagen - es hat sich
gelohnt, denn es gab Leckerchen und Katzenmilch.
Von da an stand ich täglich auf der Matte und wartete auf die Frau. Ich wurde immer mutiger, schmuste ihr um die Beine und sie durfte mich sogar streicheln. Ich rannte ihr immer hinterher, außer wenn
sie in das Katzenhaus ging, denn da traute ich mich nicht rein.
Als es kälter wurde, fand ich das ziemlich blöd und ich beschloss, doch mal in das Katzenhaus zu gehen. Doch ich blieb nicht unentdeckt und Joschi, die Bürochefin, war gar nicht begeistert. Sie will
keine anderen Katzen in ihrem Büro! Trotz großer Bemühungen der Mitarbeiter wollte ich nicht mehr raus, also beschloss die Frau mit den Leckerchen, mich in ein Katzenzimmer zu setzen. Sie sagte zu
mir: "Wir finden für dich ein schönes Zuhause, auch wenn es nicht einfach wird."
Ihr müsst wissen, ich suche mir genau aus, zu wem ich gehe und wer mich anfassen darf. Ob ich wieder raus will, wenn es wärmer wird, muss ich mir noch überlegen. Mein neues Zuhause sollte sehr
verkehrsberuhigt sein, denn Autos überfordern mich schnell. Meine neuen Menschen sollten sehr geduldig mit mir sein und mir die Zeit geben, die ich brauche.
Andere Katzen sind für mich kein Problem, ich liebe es, mit Artgenossen zu kuscheln.
Nun, ich bin nicht mehr so wirklich nach draußen gegangen. Zwar in den Aussenbereich des Katzenzimmers, dennoch geschützt und ich konnte immer wieder zurück ins warme Zimmer. Ich habe mich mit Lasse angefreundet, und das war gar nicht so schlecht. Lasse und ich haben viel miteinander gekuschelt, und so wurde versucht, für uns zusammen ein Für-immer-Zuhause zu finden. Wie sollte das denn gehen? Da es ein Kommen und Gehen gibt, war es auch zeitweise stressig. Ich habe nie aufgehört zu warten, und ich habe lange gewartet. Im August 2025 kam ein neuer zu uns. Er sagte, er sei nur auf Urlaub. Er war wohl schon einmal hier. Viele kannten ihn, und er war auch etwas angepisst, dass er hier mit uns bleiben sollte.
Er blieb tatsächlich nicht lange, und eigentlich war er recht umgänglich. Er ließ Lasse und mich in Ruhe, und wir ihn. Er bliebt tatsächlich nicht lange. Die Zweibeiner, die ihn wieder mitgenommen
haben, kamen danach noch öfter vorbei. Die wollten sich bei Lasse und mir einschmeicheln. Nix da. So einfach geht dass nicht! Ich hab einfach immer wieder gezeigt, was ich davon halte, und Lasse ist
einfach oben auf einem Plätzchen liegen geblieben.
Auch mit Leckerchen hat es nicht geklappt. Loki ist da viel zutraulicher. Der hat sich auch bei vielen Streicheleinheiten und Leckerchen abgeholt. Loki ist einfach nicht ausgelastet und will immer
"kämpfen", egal mit wem und mit was. Wenn er die Krallen ausfährt, kann es es schon mal blutig werden.
Nachdem die Zweibeiner immer wieder gekommen sind und einfach nicht aufgegeben haben, wurde Lasse von seinem Podest mit einem Netz in eine Box gesteckt. Mit mir macht ihr das nicht, dachte ich,und bin rein ins Katzenzimmer. Die waren richtig gemein. Während einer das Netz vor den Durchgang hier, versuchte einer mich zu fassen. Also ab durch den Durchgang und geradewegs ins Netz. Verloren... Auch ich wurde in eine Box gesteckt und in etwas verladen.
Das ist nun fast 4 Wochen her. Eingelebt habe ich mich recht gut, Lasse lässt sich fast nur im Dunkeln sehen. Er kommt erst raus, wenn es Futter gibt, oder er sein Geschäft erledigt. In der oberen
Etage waren Lasse und ich noch nicht. Auch das bekommen wir noch raus, was es da zu Entdecken gibt. Es gibt hier ganz viele Höhlen und Spielzeug. Am liebsten liege ich auf dem Kratzbaum und hab alles
im Blick. Ich lasse mich auch schon mal streicheln, aber hochheben geht gar nicht.
Ich war auch schon Mal schauen, was es so ums Haus herum gibt. Ist lustig, wenn die Dosenöffner versuchen, einen wieder einzufangen. Nach guten 3 Stunden wurde es dunkel und kalt. Da die Haustür
netterweise offen stand, bin ich lieber wieder ins Warme. Auch ein gesicherter Balkon hat mich nicht an einem weiteren Ausflug gehindert. Und so zwei Meter Höhenunterschied ist nicht wirklich viel.
Als die Haustür aufging, bin ich schnell wieder rein. Jetzt passen die immer gut auf. Der Ivan hat es da besser: Der geht rein und raus, wie er will. Er verät aber nicht, wie das geht. Mit dem
verstehe ich mich auch schon ganz gut.
Ich hoffe, Ivan zeigt mir irgendwann, wie das geht, mit dem rein und raus wann immer man will. Auf jedenfall bleiben Lasse und ich hier zusammen. Wir können weiterhin zusammen spielen und zusammen
kuscheln.
Ihr Menschen redet von Work-Life-Balance, ich nenne es einfach Leben.
Mein Tag:
Während ihr arbeitet, perfektioniere ich die Pose „Ich bin totmüde und sehe großartig aus“.
Mein Erfolgsrezept?
50 % Schlaf, 30 % Essen und 20 % Nichtstun mit Stil. Probiert das doch auch einmal aus, das reduziert den Weihnachts-Stress - garantiert!