Ich bin Joschi. Als stiller Beobachter zeichne ich mich aus. Bin überall dabei. Ich lebe seit nunmehr 6 Jahren im Tierheim und habe mir dort meinen Platz im Büro der Tierheimleitung erkämpft.
Meine Familie wollte mich nicht mehr haben, sie beschwerten sich, wenn ich mit ihnen gespielt und etwas heftiger zugebissen hatte. Die verstanden einfach keinen Spaß. Sie mussten dann ins Krankenhaus und kamen mit riesigen Verbänden nach Hause. Irgendwann versuchten sie, mich loszuwerden. Aber das Tierheim in der Nähe wollte mich nicht aufnehmen. Wilde Katzen nehmen die nicht. Ich und wild... Ich bin doch ganz lieb und einfach nur Katze!
Na, damals wusste ich das noch nicht so richtig, was es bedeutet, einfach nur Katze zu sein. Ich wuchs ja alleine ohne Artgenossen auf. Ich war ein Flaschenkind und wurde immer schon verwöhnt. So hat meine Familie das damals bei der Abgabe im Tierheim erzählt. Was sie nicht erwähnten, war, dass ich immer sehr einsam war und nur die Menschen zum Kuscheln, Spielen und Toben hatte.
Ein Mensch ist doch kein Ersatz für einen Spielkameraden! Aber das wollten sie nicht verstehen. Ich war immer im Haus eingesperrt. Hatte zwar ein bisschen Platz dort, aber doch gar keine Abwechslung. Immer das Gleiche, nie passierte irgendetwas. Außer, wenn wir spielten und ich meine Menschen probiert hatte. Dann ist Blut geflossen, jeder war aufgeregt und es war mal richtig Action zuhause. Die Großen haben getobt, die Kleinen geschrien und ich mittendrin im Geschehen. Wahnsinn! Immer aufregend und echt toll. Das hat Spaß gemacht! Wobei ich glaube, meine Menschen sahen das nicht so wie ich...
Auf jeden Fall musste ich dann weg. Weg aus der Familie und aus ihrem Leben. Anfangs konnte ich es nicht glauben. Sie hatten mich doch gerade erst durch den Tierarzt noch kastrieren lassen, und dieser meinte noch, danach würde alles besser. Aber Neee! Für mich wurde nix besser. Ich war noch aufgewühlter als vorher. Und dann das!!!
Dann wollten die mich doch echt nochmal in eine Transportbox stecken. Nee nee nee, da will ich nicht mehr rein! Wer weiß, was dann passiert?! Und "Tierheim" klingt für mich auch nicht so toll. Mein Futter wollten sie mir auch nicht mehr geben. Was bitte soll das? Das stand dann plötzlich nur noch in so einem langen Käfig drin. Na, wenn die denken, dass ich dort rein gehe... Sicher nicht!
Heftig! Zu fressen gab es dann drei Tage lang nichts. Stand alles in der komischen Box, und ich weigerte mich, dort rein zu gehen. Und in die Transportbox auch nicht. Aber dann hatten sie mich schließlich doch geschnappt und ich musste ins Tierheim. Und dort war es erstmal auch nicht viel besser! In ein kleines Zimmer haben die mich gesteckt. Jaa... Futter... stand da. Frisches Wasser, mh... und auch ein frisches Klo. Aber ich: WAR JETZT STUR. Ich wollte nicht eingesperrt sein! Und Hunger hatte ich jetzt auch nicht mehr! Die können mich alle mal gernhaben! Ich pfeif' denen auf ihr Futter! Lasst mich alle mal in Ruhe!
Als dann der Tierarzt kam, wollte ich erst recht nicht, dass man mich anfasst. Sie haben zwar alles versucht, aber ich habe mich natürlich erfolgreich zur Wehr gesetzt. Das Gespräch habe ich aber mitgehört. Echt unglaublich, die entschieden gerade, wie es weiterging.
Aggressive Katze?
Wer soll das sein?
Untersuchung unmöglich, da nicht angreifbar?
Okaayy????
Zwei Möglichkeiten standen zur Auswahl: Euthanasie oder freilassen! ICH bin für freilassen. Hört sich einfach besser an... Und die Tierheimleitung war auch dafür. Dann wurde ich mit zwei hochmotivierten Leuten eingefangen. Das Fangnetz war echt böse. Aber ich habe es ihnen ja auch extra schwer gemacht. Hab' mich echt gut gewehrt. Verletzen hätte ich die beiden aber sowieso nicht können. Die waren so eingemummelt in ihren Schutzanzügen. Echt witzig. Hätte gerne gelacht. Aber dazu kam es nicht. Im Netz gefangen, wurde ich dann einfach hinterm Katzenhaus rausgelassen.
Und dann komm mal zurecht… als bisherige Hauskatze!
LEUTE???!
Ich war noch nie draußen!
Was soll das????
Ich hab mich dann erstmal versteckt und mich ganz langsam umgeschaut. Wow, alles ist viel schöner als durch die Fensterscheibe. Es riecht auch ganz anders hier. So frisch und grün. Das Grün ist nass unter meinen Pfoten. Na prima! Dann bin ich bestimmt bald krank. Krank und einsam. Na Bravo. Und Hunger hab ich jetzt auch. Sch***, ich hätte doch noch fressen sollen. Hmmm. Verdammt! Aber da muss ich jetzt durch. Kann nur noch schlimmer werden, oder? Wenn nachher auf dem Hof Ruhe ist, schaue ich mich mal ein bisschen um. Ich sehe schon, nicht weit von meinem Versteck steht ein Futternapf. Aber ständig kommen da Menschen. Wusste überhaupt nicht, dass es so viele Menschen gibt. Na, ok. Und Katzen. Wahnsinn. In jeder Ecke sitzen hier Katzen. Überall schauen mich Augen an. Wie die wohl drauf sind? Keine Ahnung. Bisher hatte ich ja keinen Kontakt zu meinesgleichen. Wow, und da kommt auch noch ein Hund um die Ecke... schnell weg! Der ist größer als ich. Und jetzt schnüffelt der auch noch an meinem Versteck. Heeeee Duuuu… lass das, ich hass das!! Gleich gibt es was mit der Kralle, pass ja auf, Duuuu Hund. Ich glaube, ich muss warten bis es dunkel wird. Dann lauf ich schnell mal zu den Futternäpfchen. Da ist bestimmt noch was drin...
Unglaublich, was einem einer antun kann. Jetzt sitze ich da draußen in einem Gebüsch und mir knurrt der Magen. Hoppla, was mach ich eigentlich, wenn ich gefressen habe? Wenn ich mich so umsehe, ist da nirgends eine Katzentoilette? Nicht euer Ernst????
Na, das kann ja heiter werden... Verdammt!
Ich werde mich jetzt erstmal verstecken, bis alle Menschen weg sind, und dann entscheiden, wie es weitergeht. Mal sehen, die werden mich noch kennenlernen! Kein Katzenklo... echt Wahnsinn. Na, in diesem Sinne - man wird noch von mir hören. So geht das definitiv nicht!
Heute findet ab 09:00 Uhr der 7. Stake-Out Hunde-Weihnachtsmarkt statt.
Wo: Am Erzschutt 11, 66620 Nonnweiler
Viele Verkaufs- und Infostände werden vor Ort sein, und für das leibliche Wohl ist ebenfalls bestens gesorgt. Der Erlös aus Tombola und Essen/Getränke spendet stake-out in diesem Jahr an den Linxbachhof. Dafür sagen wir schon jetzt von Herzen "Danke"!
Einige Linxbachwölfe werden auch vor Ort sein, um das ein oder andere nach Herzenslust zu shoppen...