Hallo, ich bin's wieder: Joschi vom Linxbachhof. Schnurrrr.
Wo war ich in Türchen 9 stehengeblieben? Ach ja... Also, als ich vor 6 Jahren dann einfach auf dem Linxbachhof freigelassen wurde, hat sich mein Leben schlagartig geändert. Schock pur! Ohne Katzenklo, das war schon echt krass. Aber ich hab es dann einfach gemacht wie die anderen Katzen. Kies gibt es ja genügend rundherum, hihihi... Und Futterstellen auch.
Was mir aber dann doch gefehlt hat, war die Nähe zu den Menschen. Katzen können echt aufdringlich sein. Das ist mir auf dem Hof dann doch etwas zuviel geworden. Ständig wollte sich mir irgendeine
Katze nähern. Begrüßen, oder einfach soo mit mir schmusen.
Da hatte ich ja so gar keinen Bock drauf. Und wer weiß, was die dann von mir wollen? Mein Futter, mein Schlafplatz, mein Spielzeug. Geht so gar nicht!
Also blieb mir nix anderes übrig, als mich den Menschen im Katzenhaus zu nähern. Was meint ihr, wie sich die Leute aus dem Katzenhaus gefreut haben, als ich mich das erste mal zeigte. 6 Wochen wäre
ich weg gewesen. Okay!?... Sie hatten schon Angst um mich gehabt!? Echt jetzt? Mmh, na dann. Ich meine, versuchen kann ich es ja mal. Vielleicht kann ich mir einen Platz dort erobern.
Na, ich hab sie dann eine zeitlang beobachtet. Wie sie mich anlocken wollten. Mit besonderen Leckerchen, sogar Hühnchen und Schinken haben sie mir mitgebracht. Die anderen Katzen waren dankbar. Das
ein oder andere Stängelchen hab ich dann auch mal genommen. Aber so richtig angenähert hab ich mich erst, als sie mir das erste mal etwas Katzenmilch gegeben haben. Hmm, Katzenmilch. Lecker! Da
konnte ich nicht widerstehen. Und dann hab ich mir jeden Tag meine Milch eingefordert, und die haben recht schnell meine Forderungen erfüllt.
Ich kann aber auch ganz schön nervig sein und die hatten zum großen Teil auch wirklich Angst vor mir. Wie hab ich mich oft amüsiert, denn wenn ich fauche und kratze, springen alle vor mir davon. Wie
früher, hihihi.
Es hat zwar eine Zeit gedauert, aber irgendwann hab ich mir dann im Katzenhaus die Waschküche als neues Zuhause ausgesucht.
Die haben zwar alles versucht, mich da raus zu bekommen, aber so einfach hab ich es ihnen nicht gemacht. Aber klar, die Waschküche war nicht ideal. Ich hab mich dann langsam in Richtung Futterküche
aufgemacht. Aber dort war ständig was los und die Mitarbeiter haben mich echt genervt. Na, dann eben in eines der Büros. Sobald ich die Gelegenheit hatte, bin ich ins Büro vom Vorstand rein. Offener
Schrank, super. Ich rein und alles angefaucht, was in meine Nähe kam. Die Mitarbeiter und der Vorstand hatten schnell Respekt vor mir. Aber die Tür vom Vorstandsbüro ist ja die meiste Zeit zu. Und
eingesperrt werden mag ich gar nicht mehr. Also musste ich das Büro der Tierheimleitung erobern.
Nichts leichter als das! Die Mitarbeiter konnten mich schon nicht mehr rausschicken. Schnell hatte ich klar gemacht, dass ich hier gefüttert werden möchte, und bald hatte ich auch mein eigenes
Körbchen. Damit ich nicht immer auf den Unterlagen der Tierheimleitung liege... Was ich natürlich trotzdem weiterhin mache, eben wie ich Lust und Laune habe. Und jetzt gehe ich täglich
Tierheimleiterin Andrea auf die Nerven. Laufe über die Tastatur, meckere sie an, wenn sie nicht ins Büro kommt zum Arbeiten, sondern irgendwo im Tierheim was anderes macht.
Alles zu meinen Bedingungen... Nur dann bin ich friedlich und lasse mich auch gerne streicheln. Manchmal mehr und manchmal weniger, eben ganz Katze.
Lange hatte ich die Stellung als Einzelchefin in meinem Büro. Bis irgendwann so eine junge, echt aufmüpfige und auch noch getigerte Katze ebenfalls in mein Büroeinzog. Als ob die bei mir gelernt
hätte! Echt frech, die kleine, aber auch beeindruckend. Hat sich so gar nicht von mir vertreiben lassen. Hat sich einfach frech auf meinen Kratzbaum in meinem Büro gelegt! Gut, ich benutze ihn eh
nicht so oft. Aber trotzdem. Das schlimme daran ist: die frisst mein Futter und geht auf mein Katzenklo!
Ich hoffe ja, dass die bald vermittelt wird und ich wieder alleine herrschen kann. Vielleicht kann ich ja auch bei der Vermittlung der kleinen ein wenig nachhelfen? Also:
Einzelprinzessin Lisa sucht neuen Wirkungskreis.
◦ Selbstversorger (öffnet und leert selbstständig Futtertütchen)
◦ Benötigt eine eigene Schublade (wird regelmäßig als Körbchen genutzt)
◦ Selbständiger Freigang (öffnet Türen)
Voraussetzung für die neuen Dosenöffner:
◦ Keine Kinder (sie will ihre Ruhe)
Aaah, da klingelt auch schon das Telefon!
"Hallo, Tierheim Linxbachhof... Ja, sie ist noch da... pflegeleicht?... absolut!!!"...
Entschuldigt Leute, ist echt wichtig... Euch allen frohe Weihnachten!
"Probezeit?... Nein, einfach direkt mitnehmen!... Ja, kein Problem... am besten noch vor den Feiertagen!... Rabatt? Gerne!... Prima, wenn das klappt..."